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Hilfe im Pflegedschungel: Thüringens Pflegestützpunkte

Ein Pflegefall kann in jeder Phase des Lebens auftreten – mit immensen Auswirkungen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen. Denn wer einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut, weiß, dass dies mit einem großen Einsatz und viel persönlicher Fürsorge verbunden ist. Daneben stellt die Organisation der Pflege, so beispielsweise die Beantragung von Leistungen und Hilfsmitteln, Betroffene oft vor eine große Herausforderung, weil es nicht einfach ist, bei der Vielzahl der Angebote und Zuständigkeiten den „Durchblick“ zu behalten. 

Um hier eine unabhängige Unterstützung zu bekommen, hatte sich eine Bürgerin an den Bürgerbeauftragten gewandt. Zu ihrem Anliegen schilderte sie als pflegende Angehörige ihrer inzwischen fast 90-jährigen Mutter ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheits- und Pflegewesens und kritisierte insbesondere die schlechte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. In Anbetracht dessen forderte sie eine unabhängige Pflegeberatung, die in diesem „Pflegedschungel“ erfahrbar Unterstützung leistet.

Der Bürgerbeauftragte, für den die Sorgen und Ängste der Bürgerin gut nachvollziehbar waren, konnte ihr zu ihrem Anliegen Folgendes mitteilen: 

Erster Ansprechpartner zum Thema Pflege ist die Pflegeberatung der Krankenkasse (= Pflegekasse) des Pflegebedürftigen, bei der auch der Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit gestellt wird. Vor der persönlichen Kontaktaufnahme bieten die Internetportale der Kassen bereits zahlreiche Informationen zur Angehörigenpflege sowie einen Überblick über vorhandene Angebote (Servicetelefone, Online-Pflegeberater etc.).  

Darüber hinaus stehen pflegenden Angehörigen in Thüringen weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote zur Organisation der Pflege zur Verfügung. In Abhängigkeit von den regionalen Gegebenheiten können sich diese u. a. wenden an:  

  • Sozialämter, Bürger- und Seniorenbüros,
  • gemeinnützige Verbände / Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie, DRK, AWO, Johanniter etc.) und
  • Pflegedienstleister (ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen).

Eine Übersicht zu den vor Ort vorhandenen Pflegedienstleistern und Betreuungsangeboten erhalten Betroffene i. d. R. auf der Internetseite ihrer Stadt oder ihres Landkreises bzw. auch in den Seniorenratgebern (wenn vorhanden).  

Außerdem wurden in Thüringen neutrale Beratungsstellen, sogenannte Pflegestützpunkte, eingerichtet. Diese bieten als direkte Anlaufstellen für Versicherte der Pflegeversicherung und deren Angehörige neben umfassenden Informationen unabhängige und kostenfreie Beratung und Begleitung rund um die Pflege. Dazu gehört neben der konkreten Hilfe, z. B. bei der Beantragung einer Pflegestufe, insbesondere auch die Unterstützung pflegender Angehöriger dabei, mit der Situation umzugehen.  

In den Pflegeberatungsstellen erhalten Betroffene u. a. Informationen zu:  

  • allen Fragen der Pflegebedürftigkeit
  • geeigneten Wohn- und Betreuungsformen
  • örtlichen Versorgungsstrukturen (ambulante und stationäre Pflegeanbieter)
  • Hilfsangeboten im Wohnumfeld
  • Unterstützungsangeboten (Essen auf Rädern, Haushaltshilfen etc.)
  • Möglichkeiten der Wohnraumanpassung
  • Angeboten für Freizeit- und Aktivitätsgestaltung
  • Hilfen für Angehörige (z.B. Pflegekurse)

Im Ergebnis dessen konnte der Bürgerin der örtlich für sie zuständige Pflegestützpunkt benannt werden.  

Soweit auch Sie sich über Pflegestützpunkte informieren möchten, finden Sie weitergehende Informationen unter https://www.thueringen.de/th7/tmasgff/soziales/pflegestuetzpunkte/. Bei konkreten Problemen z. B. bei der Gewährung von Leistungen, Hilfsmitteln etc. können Sie sich selbstverständlich auch gern an den Bürgerbeauftragten wenden.

Ihr Weg zum Bürgerbeauftragten