Claudia Democh - Bürgerbeauftragte des Freistaats Thüringen

Zur Person
Am 27. März 2026 hat der Thüringer Landtag Claudia Democh zur neuen Bürgerbeauftragten gewählt und für sechs Jahre verpflichtet. Die 54-jährige gebürtige Sächsin ist Volljuristin, mit ihrer kleinen Familie in Weimar zu Hause und war mehr als 20 Jahre in verschiedenen Thüringer Verwaltungen als Verwaltungsleiterin und Justiziarin tätig.
Was treibt mich an?
Ich habe in meiner langen Verwaltungstätigkeit, aber auch am eigenen Leib, viele gute, aber auch viele schlechte Beispiele von Verwaltungshandeln erlebt. Letzteres ist für mich Ansporn, mit meinem Team mitzuhelfen, dass vor allem die Kommunikation besser und das Handeln der Verwaltung noch bürgerfreundlicher wird.
Wo sehe ich Schwerpunkte?
Wir können mit jedem Einzelfall mithelfen, die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger sowie das Verständnis für die jeweils andere Seite nachhaltig zu verbessern. Das kann Vertrauen in die Demokratie zurückgewinnen.
Braucht es dafür eine Bürgerbeauftragte?
Ja, denn zum einen ist sie neutrale Vermittlerin zwischen Bürger und Behörde. Und im Gegensatz zu Anwälten oder Beratungsstellen hat die Bürgerbeauftragte den direkten Zugang zu Verwaltungen und Gesetzgeber und kann daher etwas über den Einzelfall hinaus bewirken. Dafür müssen wir Einzelfälle jedoch mehr analysieren, um mögliche systemische Ursachen zu erkennen, die Verwaltungshandeln unrichtig machen oder unverständlich erscheinen lassen.
Was bringe ich dafür mit?
Aufgrund meiner langjährigen und vielfältigen Erfahrung kenne ich Muster und Abläufe von Verwaltungshandeln. Zugleich weiß ich, wen ich wo und wie ansprechen muss, damit was passiert. Es ist ein entscheidender Vorteil, zu wissen, wie Verwaltung tickt, um an den richtigen Stellen anzusetzen.
Das klingt etwas nüchtern?
Den Bürgern ist nicht geholfen, wenn ich mich mit ihnen hinsetze und wir gemeinsam Missstände beklagen. Voraussetzung für konkrete Hilfe ist das aktive und empathische Zuhören, um das Problem, aber auch den Wunsch des Bürgers genau zu erfassen. Damit sich Bürger verstanden und angenommen fühlen, braucht es also sowohl fachliche Expertise als auch Zugewandtheit.




